Schwerpunkt 2010/2011

„Sozial- und umweltverträglich wirtschaften"

Die Grüne Bildungswerkstatt Salzburg hat diesen Jahresschwerpunkt in Absprache mit der Partei gewählt, weil er die Probleme unserer Zeit widerspiegelt und gleichzeitig den Lösungsweg andeutet. Der Titel umfasst eine große Bandbreite und soll das ganze Jahr über mit Inhalt gefüllt werden. Wir sind eine Bildungswerkstatt, das heißt wir haben keine fertige Lösung, sondern wir wollen Fragen stellen, wir wollen Bildung organisieren, wir wollen mit Dir/Ihnen ins Gespräch kommen. Die nachfolgenden Aussagen und Fragen wurden von Rainer Buland vorgeschlagen und im Vorstand diskutiert. Sie erheben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, im Gegenteil soll die Liste um Deine/Ihre Fragen und Statements ergänzt werden.

 

Was wir bereits wissen:

  • Die Verteilung des gemeinsam erwirtschafteten Wohlstands ist in jeder Gesellschaft ein Problem. Eine für immer gültige gerechte Lösung kann es nicht geben. Es muss also verhandelt werden. Eines ist jedoch sicher: Wenn die Schere zwischen arm und reich aufgeht, leidet die Stabilität einer Gesellschaft. Wir sollten so klug sein, das nicht zu riskieren.
  • Wir brauchen eine Energiewende. Der Weg ist klar, die Technik ist vorhanden (im Einsparen wie in der Erzeugung), packen wir's an. Damit im Zusammenhang ist es auch notwendig die Energieerzeugung zu dezentralisieren (jedes Haus sein eigenes Kraftwerk).
  • Wir müssen die CO2 Belastung reduzieren (Stichwort Klimaschutz), aber wir sollten die Atmosphäre auch von jeder anderen Belastung freihalten, weil jede Verunreinigung der Luft atmen wir letztlich selbst ein.
  • Materielles, ressourcenverbrauchendes Wachstum ist für die Zukunft keine Option mehr.
  • Das BIP drückt nicht den Wohlstand unserer Gesellschaft aus. Wir brauchen alternative Kennzahlen.
  • Die Finanzmärkte sind langfristig gesehen ein Geld-Umverteilungsplatz von vielen Einzahlern zu einigen wenigen Einnehmern.
  • Die Erwerbsarbeit ist mit Steuern und Abgaben zu hoch belastet, Vermögen dagegen zu gering.
  • Konzerne können ihren Profit wesentlich steigern, wenn sie die Notlage von Menschen ausnützen. Außerdem lagern sie möglichst viele Kosten aus und wälzen sie auf die Allgemeinheit ab.
  • Umweltverträglich zu wirtschaften ist kein Luxus in florierenden Zeiten, sondern die einzige Option einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder.
  • Die mehr als 6000 Millionen Menschen auf der Erde können nicht auf dem westlichen Lebensstandard leben.
  • Wir brauchen umweltschonende und intelligente Mobilitätslösungen.

 

Was wir im Laufe dieses Jahres schwerpunktmäßig überlegen wollen:

  • Konsumenten haben die Macht der Wahl. Wie können wir unsere Macht besser ausspielen, damit wir die Industrie zur Herstellung von Produkten in unserem Sinne bewegen?
  • Es gibt zu viel frei verfügbares Geld auf der Welt. Das führt dazu, dass der Druck auf Unternehmen, aber auch Staaten, enorm ist, immer höhere Zinsen zu erwirtschaften. Da es nicht möglich ist, die hohen Zinsen zu erwirtschaften, müssen Sozialleistungen gekürzt werden. Das erleben wir gerade. Was setzen wir dagegen? Tauschkreise? Regionalgeld? Demokratische Banken?
  • Wie schaffen wir eine gerechtere Einkommens- und Vermögensverteilung? Kann es im Zusammenhang mit Kapital überhaupt Gerechtigkeit geben? Wie kommen wir aus der Neid-Geiz-Spirale heraus? Wie schaffen wir dies national, wie international?
  • Es gibt bereits Unternehmen, die sozial- und umweltverträglich wirtschaften. Wir möchten gemeinsam mit ihnen über Zukunftsstrategien nachdenken.
  • Die Angst der Menschen vor Verlusten ist größer als die Bereitschaft sich auf ein neues Wertesystem einzulassen, auch wenn dies mehr Freiheit, mehr Glück und weniger Stress verspricht. Wie können wir Menschen in ihren Ängsten helfen um eine positive Wende zu vollziehen?
  • Wie können wir Reichtum neu definieren, damit wir aus dem kontraproduktiven Wachstumswahn herauskommen?
  • Wie können wir angesichts der erdrückenden Problemlage gelassen und humorvoll bleiben und uns dennoch voller Engagement der Sache widmen?

Prof. Dr. Rainer Buland, Obmensch der GBW Salzburg

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